Im Bild: Hände eines Tätowierers in schwarzen Gummihandschuhen, richtet Tätowiermaschine ein, Hintergrund schwarz

Tom über seinen Traum vom Tattoo

„Hämophile können keine Tattoos haben.“ Das dachte ich zumindest lange …

Ich war schon seit meiner Jugend fasziniert von Tattoos, kaufte mir immer Tattoo-Zeitschriften und habe überlegt, was für ein Motiv ich mir stechen lassen würde, wenn ich denn dürfte. Zu dem Zeitpunkt dachte ich aber noch, dass das für mich unmöglich bleibt.

Das änderte sich erst an meinem neunzehnten Geburtstag. Meine damalige Freundin wollte mir eine Überraschung machen – und die ist ihr wirklich gelungen. Sie erzählte mir, dass sie im Internet von Hämophilen mit Tattoos gelesen hat. Um das nachzuprüfen hat sie dann meinen Arzt angerufen, aber erst noch ohne Erfolg: Die Arzthelferin, die das Gespräch entgegennahm, sagte in etwa: „Es ist sinnlos den Doktor danach zu fragen, ob Hämophile Tattoos haben können. Er wird nein sagen.“

Sie rief daraufhin einen weiteren Arzt an. Der war aufgeschlossener und bestätigte sofort, dass Tattoos auch für Hämophilie möglich sind. Danach machte Sie sich die Mühe einen Tätowierer zu finden, der es sich zutraut, einen Hämophilen zu stechen. Sie fand jemanden mit ruhigem Händchen, der zumindest schon mal ohne Farbe „Probestechen“ wollte. Wir mussten dann auch direkt los zum Tätowierer.

Der erzählte mir, zu meiner Überraschung, dass Tattoos eigentlich nicht bluten. Man injiziert die Farbe zwischen die Hautschichten. Nur wenn die Haut sehr dünn, oder der Tätowierer noch ungeübt ist, tritt Blut aus. Das eigentliche Thema ist die Wundflüssigkeit. Da war er sich nicht sicher, wie das bei mir werden würde. Wenn zu viel Flüssigkeit austritt, dann wird die Farbe mit „ausgespült“ und die Mühe ist umsonst. Deswegen auch das Probestechen.

Es klappt!

Ich war extrem aufgeregt, aber es lief super. Ich blutete nicht und es trat auch nicht übermäßig viel Wundflüssigkeit aus. Also stand es fest: Ich kann echt ein Tattoo bekommen!

Nur eine letzte Hürde fehlte noch: Ich wusste nicht genau wie meine Mutter das findet. Ich habe es ihr dann mit einer Schock-Strategie erzählt: Ich sagte ihr zuerst, dass ich ihr was beichten muss: „Meine Freundin ist schwanger.“ Sie hat sich richtig erschrocken. Und in diesen Schreck rein machte ich weiter: „Nein, kleiner Scherz! Ich wollte dir eigentlich erzählen, dass ich mir ein Tattoo stechen lasse.“ Es klingt zwar ein bisschen grausam, aber es hat tatsächlich geholfen. Nach der Erleichterung nicht Oma zu werden, war sie wesentlich offener für meinen Plan.

Vor dem Termin im Tattoo-Studio habe ich mich, um sicher zu gehen, noch gespritzt. Der Termin an sich lief dann problemlos (siehe Video). Wie bei vielen anderen blieb mein erstes Tattoo nicht mein letztes. Ich habe inzwischen ca. sechs Sitzungen hinter mir, die jeweils vier bis sechs Stunden dauern. Insgesamt habe ich jetzt drei größere Tattoos. Probleme gab es dabei noch nie: Weder beim Stechen, noch in der Phase danach.

Tattoos sind für Menschen mit Hämophilie eine Grenze? Heute weiß ich: Sind sie nicht. Zum Glück!

Tom mit seinem Tattoo

Tom über seinen Traum vom Tattoo

„Hämophile können keine Tattoos haben.“ Das dachte ich zumindest lange …

Ich war schon seit meiner Jugend fasziniert von Tattoos, kaufte mir immer Tattoo-Zeitschriften und habe überlegt, was für ein Motiv ich mir stechen lassen würde, wenn ich denn dürfte. Zu dem Zeitpunkt dachte ich aber noch, dass das für mich unmöglich bleibt.

Das änderte sich erst an meinem neunzehnten Geburtstag. Meine damalige Freundin wollte mir eine Überraschung machen – und die ist ihr wirklich gelungen. Sie erzählte mir, dass sie im Internet von Hämophilen mit Tattoos gelesen hat. Um das nachzuprüfen hat sie dann meinen Arzt angerufen, aber erst noch ohne Erfolg: Die Arzthelferin, die das Gespräch entgegennahm, sagte in etwa: „Es ist sinnlos den Doktor danach zu fragen, ob Hämophile Tattoos haben können. Er wird nein sagen.“

Sie rief daraufhin einen weiteren Arzt an. Der war aufgeschlossener und bestätigte sofort, dass Tattoos auch für Hämophilie möglich sind. Danach machte Sie sich die Mühe einen Tätowierer zu finden, der es sich zutraut, einen Hämophilen zu stechen. Sie fand jemanden mit ruhigem Händchen, der zumindest schon mal ohne Farbe „Probestechen“ wollte. Wir mussten dann auch direkt los zum Tätowierer.

Der erzählte mir, zu meiner Überraschung, dass Tattoos eigentlich nicht bluten. Man injiziert die Farbe zwischen die Hautschichten. Nur wenn die Haut sehr dünn, oder der Tätowierer noch ungeübt ist, tritt Blut aus. Das eigentliche Thema ist die Wundflüssigkeit. Da war er sich nicht sicher, wie das bei mir werden würde. Wenn zu viel Flüssigkeit austritt, dann wird die Farbe mit „ausgespült“ und die Mühe ist umsonst. Deswegen auch das Probestechen.

Es klappt!

Ich war extrem aufgeregt, aber es lief super. Ich blutete nicht und es trat auch nicht übermäßig viel Wundflüssigkeit aus. Also stand es fest: Ich kann echt ein Tattoo bekommen!

Nur eine letzte Hürde fehlte noch: Ich wusste nicht genau wie meine Mutter das findet. Ich habe es ihr dann mit einer Schock-Strategie erzählt: Ich sagte ihr zuerst, dass ich ihr was beichten muss: „Meine Freundin ist schwanger.“ Sie hat sich richtig erschrocken. Und in diesen Schreck rein machte ich weiter: „Nein, kleiner Scherz! Ich wollte dir eigentlich erzählen, dass ich mir ein Tattoo stechen lasse.“ Es klingt zwar ein bisschen grausam, aber es hat tatsächlich geholfen. Nach der Erleichterung nicht Oma zu werden, war sie wesentlich offener für meinen Plan.

Vor dem Termin im Tattoo-Studio habe ich mich, um sicher zu gehen, noch gespritzt. Der Termin an sich lief dann problemlos (siehe Video). Wie bei vielen anderen blieb mein erstes Tattoo nicht mein letztes. Ich habe inzwischen ca. sechs Sitzungen hinter mir, die jeweils vier bis sechs Stunden dauern. Insgesamt habe ich jetzt drei größere Tattoos. Probleme gab es dabei noch nie: Weder beim Stechen, noch in der Phase danach.

Tattoos sind für Menschen mit Hämophilie eine Grenze? Heute weiß ich: Sind sie nicht. Zum Glück!

Tom mit seinem Tattoo